Einhaltung der Etikettierungsvorschriften für Spirituosen: ein dreistufiger Ansatz nach Märkten
Wie man die Konformität von Etiketten vor dem Eintritt in einen neuen Markt überprüft - EU-Rechtsvorschriften, nationale Anforderungen und Einzelhandelsstandards in einem praktischen Rahmen.
Etikettierungsfehler sind einer der häufigsten Gründe für die Zurückweisung eines Produkts bei der Zollkontrolle oder beim Versuch, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Die Reserve hat einen praktischen Rahmen zusammengestellt, der Herstellern und Importeuren helfen soll, die Einhaltung der Etikettierungsvorschriften zu überprüfen, bevor sie einen neuen Markt betreten.
Ebene 1 - Europäische Gesetzgebung (Basisniveau)
Die Verordnung (EG) Nr. 110/2008 und ihre Änderung aus dem Jahr 2021 legen Mindestanforderungen für alle in der EU verkauften Spirituosen fest:
- Gesetzliche Kategorie (z.B. "Whisky", "Gin", "Wodka") gemäß Anhang II
- Alkoholgehalt in %vol mit einer Genauigkeit von ±0,3
- Nettovolumen
- Sulfit-Warnung (wenn ≥ 10 mg/l SO₂)
- Chargencode (gemäß Richtlinie 2011/91/EU)
Ebene 2 - Nationale Anforderungen
Jedes Land kann seine eigenen, über die EU-Basisanforderungen hinausgehenden Anforderungen hinzufügen:
- EN/CZ: Die Sprache des Etiketts muss slowakisch/tschechisch sein oder es muss ein slowakisch/tschechisches Etikett beigefügt sein.
- DE**: Besondere Vorschriften für regionale Etiketten und Qualitätswein
- AT**: Obligatorische Registrierung von bestimmten alkoholischen Getränken
- PL: Obligatorischer Warnhinweis auf dem Etikett
Ebene 3 - Anforderungen an den Einzelhandel
Einzelhändler und Vertreiber können ihre eigenen zusätzlichen Anforderungen haben:
- Mindestschriftgröße und Kontrastanforderungen
- Nährwertangaben (in der EU voraussichtlich obligatorisch)
- EAN/GS1-Strichcode
- Kettenspezifische Sprachmutationen
Schnell-Checkliste (5 Minuten)
- ☐ Die rechtliche Kategorie entspricht der Definition in Anhang II der Verordnung 110/2008
- ☐ Der ABV wird mit einer Genauigkeit von ±0,3 % und dem korrekten Format "%vol" angegeben
- ☐ Sulfit-Warnung ist vorhanden (wenn ≥ 10 mg/l SO₂)
- ☐ Chargencode ist vorhanden
- ☐ Sprachversion entspricht dem Zielland
- ☐ Volumen entspricht den gesetzlichen Packungsgrößen für den Markt
Eine vollständige, marktspezifische Checkliste finden Sie in der Labeling Checklist.
Die Angaben sind indikativ. Vor dem Druck von Etiketten oder dem Eintritt in einen neuen Markt empfehlen wir, einen Experten für Lebensmittelrecht zu konsultieren.
Erstellen Sie Ihre eigene Checkliste
Mit dem Tool Checkliste Kennzeichnung können Sie eine individuelle Liste der Anforderungen für Ihr Produkt und Ihre Zielmärkte erstellen. Für einen umfassenden Etiketten-Check, vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch.
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